Sicherheit im Smart Home

In der letzten Ausgabe wurde der Begriff Smart Home vorgestellt. Beim Smart Home geht es um ein System, das Installationen (Elektro, Sanitär) und Geräte (Lampen, Unterhaltungselektronik und vieles mehr) miteinander verbindet. Das Wort smart ist übrigens Englisch und bedeutet schlau, geschickt, aber auch elegant. Der Umfang der integrierten Technik kann dabei ganz unterschiedlich ausfallen. Alleine der Benutzer entscheidet darüber was alles Teil des Smart Home Systems sein soll. Durch diese Vernetzung von einzelnen Komponenten entstehen neue Möglichkeiten des Wohnens.

Dazu gleich ein Anwendungsbeispiel aus dem Thema Sicherheit: Um tagsüber leer stehende Häuser bewohnt erscheinen zu lassen werden die Rollläden durch eine Automatik gesteuert. Im Sommer soll das Haus möglichst kühl gehalten werden, doch ständig geschlossene Rollläden sind für kriminelle Beobachter ein eindeutiges Zeichen für eine Abwesenheit. Das Smart Home System  lässt die Rollläden nicht zu fixen Zeiten herunter, sondern in Abhängigkeit der Sonneneinstrahlung, ganz individuell. Diese Anwesenheits¬simulation kann zudem abends durch das Ein- und Ausschalten von Lichtern oder dem Fernseher ergänzt werden. Einbrecher scheuen das Risiko, es liegt also an den elektronischen Sicherungsmaßnahmen hier anzusetzen. Geräusche,  Lichter und eine nach außen sichtbare Sirene oder auch eine Videokamera sind laut Studien höchst abschreckend für potentielle Einbrecher. Ein Tipp am Rande: Lassen sie bei Abwesenheit doch ein, zwei Paar (alte) Schuhe beim Eingang stehen. Das sieht jedenfalls deutlich nach einem Besuch aus.

Andere Kriminelle checken Häuser durch einfaches Anläuten. Hier hilft eine smarte Gegensprechanlage. Durch drücken der Klingeltaste wird der Bewohner über sein Handy verständigt und kann auch gleich eine Sprechverbindung zu dem Besucher aufbauen und ihn über eine Videokamera sehen. Je nachdem kann dann sogar die Tür geöffnet werden um den Besucher in das Haus, die Wohnung hinein zu lassen.

Am besten ist es durch diese Technik einen Einbruch von vornherein zu verhindern, aber nebenbei kann das Smart Home ganz klassische Alarmanlagen-Funktionen genauso erfüllen. Mit Einbruchsmeldern wie Fensterkontakten oder Bewegungsmeldern und Sirenen. Eine Meldung am Handy informiert über einen Alarm und den Grund der Auslösung.
In Kombination mit anderen Gefahrenmeldern wie Rauchmeldern oder Wasser-Leckagemeldern kann ein feines Sicherheitsnetz im Haus gesponnen werden, das zusätzlichen Mehrwert bietet. Das Gefühl bloß mit dem Handy jederzeit die Lage zuhause unter Kontrolle zu haben erleichtert ungemein, zum Beispiel bei längeren Abwesenheiten wie in einem Urlaub.

Das schönste aber an der Vernetzung unter Einbeziehung der Sicherheitstechnik ist, dass sämtliche Einbruchsmelder auch gleichzeitig für den Wohnkomfort genutzt werden können. Beim Öffnen einer Eingangstüre schaltet sich gleich das Licht ein. Sollte die Terrassentüre bei heruntergelassenem Rollladen geöffnet werden, so geht dieser hoch. Ein Bewegungsmelder aktiviert eine Zirkulationspumpe für das Warmwasser. All das sind praktische Beispiele aus bestehenden Smart Home Anlagen. Und all das ist keine Zukunftsmusik, sondern heute bereits genau wie beschrieben verfügbar. Wie solche Systeme in bestehende Häuser und Wohnungen nachträglich eingebaut werden können wird ein eigener Artikel beschreiben.

Dieser Artikel erschien bereits im "Schaukasten", Ausgbabe 3/2017

Kommentar schreiben

Kommentare: 0